Bilderklau – Automobilkonzern zahlt 25.000

Bilderklau – Automobilkonzern zahlt 25.000 Euro an Mandant – Berechnung des Grundhonorars des Berufsfotografen

Wir berichteten auf der infodocc.info über den Fall des Bilderklaus zu Lasten unseres Mandanten, eines Berufsfotografen. Viele Fotografen wollen nun wissen, was im Falle eines Bilderklaus getan werden muss und wie man das entscheidende Grundhonorar berechnet.

Das Grundhonorar ist maßgeblich für die Endsumme, die im Falle eines Bildrechtsverstoßes gefordert werden kann. Sofern der Fotograf eigene Preisliste für seine Bilder hat kann er diese zur Bestimmung des Grundhonorars heranziehen. Es können in der Regel auch die Bestimmungen der MFM-Tabelle herangezogen werden.

Schritt 1: Ermittlung des Grundhonorars

Wichtig ist nun die Auflistung der einzelnen Tätigkeiten:

  • Tagespauschale /Stundenhonorar Fotograf
  • Tagespauschale / Stundenhonorar Assistent
  • Tagespauschale oder Stundenhonorar für weitere Arbeiten (Beispiele):

Besprechung
organisatorische Vorbereitungen
Bildauswahl
Bildoptimierung & Datenlieferung
Digitale Bildbearbeitung mit Colormanagement in RGB / CMYK; Mac Workstations
Photoshop, Lightroom

Schritt 2: Ermittlung der Produktions- und Nebenkosten

Bei der Produktion aufwendiger Bilder, z.B. im Sportbereich, fallen oftmals hohe Nebenkosten und Produktionskosten an. Diese Kosten sollten ebenfalls in Ansatz gebracht werden:

  • PkW Anfahrt
  • PkW Zeit
  • Requisiten
  • Miete von Sachgegenständen
  • Miete von Locations

Schritt 3: Strafzuschläge

Daneben können Fotografen Zuschläge auf das Grundhonorar verlangen, wenn das Bild ohne Urhebernennung verwendet wird (ist meist der Fall)

  • Zuschlag in Höhe von 100% für die unterlassene Urhebernennung
  • Zuschlag in Höhe von 100% für die werbliche Nutzung
  • Zuschlag in Höhe von 100% für die Vergabe eines Exklusivrechts
  • Zuschlag für Wasseraufnahmen
  • Zuschlag in Höhe von 30% für Fotomodellaufnahmen
  • Zuschlag in Höhe von 35% für die deutschlandweite Nutzung
  • Zuschlag in Höhe von 50 % für die Verwendung als Booklet

Im Falle eines Bilderklaus kommen somit teilweise hohe Summen zustande, die von dem Verletzer zu zahlen sind. Die Zusammenfassung ist nur eine beispielhafte Auflistung der möglichen Berechnungen. Im Einzelfall können weitere Zuschläge hinzukommen.

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Über Karsten Gulden

Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht