Bildhonorare 2013 MFM

Bildhonorare 2013 – MFM-Tabelle zur Bestimmung des Schadensersatzes und der Lizenzgebühr

Werden Bilder geklaut, dann kommt auch schnell die MFM-Tabelle ins Spiel. Die MFM-Tabelle ist ein gerichtlich anerkanntes Preisraster an dem sich Berufsfotografen zur Bestimmung der Lizenzgebühren und des Schadensersatzes orientieren können.

Bildhonorar

Was kann der Fotograf im Falle eines Bilderdiebstahls oder einer lizenzwidrigen Nutzung des Bildes unternehmen? Welche Kosten kann er von dem Verwender des Bildes verlangen?

Zunächst hat der Fotograf Ansprüche auf Beseitigung und Unterlassung der illegalen Bildnutzung. Soweit so gut. Aber der Fotograf will schließlich auch das Geld für seine Arbeit sehen. Welches Honorar kann er ansetzen?

Einfach ist die Honorarberechnung für den Fotografen oder die Bildagentur, wenn diese eigene Preise für die Bilder publizieren. Dann können für den Bildverstoß auch die eigenen Preise geltend gemacht werden, sofern diese angemessen sind.

MFM- Tabelle – marktübliche Vergütungen für Bildnutzungsrechte

Ein guter Anhaltspunkt, ob die verlangten Bildhonorare angemessen sind, ist die von der Mittelstandsgemeinschaft Fotomarketing ermittelte Honorartabelle. Dies gilt zumindest für Berufsfotografen und alle, die Handel mit Bildern und Bildrechten betreiben. Die MFM-Tabelle gibt einen Überblick, wie Nutzungsrechte von Fotos bei der Verwendung in unterschiedlichen Medien vergütet werden. Dieses Preisraster wurde erstmals im Jahr 1978 publiziert und umfasste nur eine DIN-A4 – Seite. Bis heute ist die DIN-A4 – Seite zu einem Nachschlagwerk mit knapp 300 Seiten angewachsen mit dem offiziellen Titel: „Honorarübersicht der marktüblichen Vergütungen für Bildnutzungsrechte“. Die Honorarübersicht wird jährlich aktualisiert.

Die MFM-Tabelle kann als Richtungsweiser angesehen werden, der auch von den Gerichten in Deutschland anerkannt wird. Aber nochmals: Im Einzelfall können mit der entsprechenden Begründung auch höhere oder niedrigere Honorare angemessen sein. Die Bildhonorare der MFM sollten lediglich eine unverbindliche Information für Bildanbieter und Bildabnehmer darstellen.

Hobbyfotografen und Berufsfotografen

Es dürfte auf der Hand liegen, dass sich die Bildhonorare eines Berufsfotografen von denen eines Hobbyfotografen unterscheiden. Dennoch versuchen in jüngster Zeit auch immer mehr Hobbyfotografen, den Diebstahl ihrer Bilder kostenpflichtig abzumahnen. Dies ist zwar legitim, doch sollte man hier im Auge behalten, dass der Status des Hobbyfotografen berücksichtigt wird und keine überzogenen Forderungen geltend gemacht werden.
Fazit:

Welches Honorar für welches Bild und welche Verwendung verlangt werden kann hängt (neben Qualität etc.) meist davon ab, ob der Urheber oder Rechteinhaber des Bildes eine eigene Honorartabelle vorweisen kann. Sofern dies nicht der Fall ist, wird in der Praxis in der Regel die MFM-Tabelle zur Ermittlung der Bildhonorare herangezogen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Unterscheidung zwischen Berufs- und Hobbyfotograf. Berufsfotografen können im Falle eines Bilderklaus hohe Summe erzielen.

Über Karsten Gulden

Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht