Promi und Presse

Promi und Presse – was muss sich der Promi in der Berichterstattung gefallen lassen? – Presserecht

Prominente Persönlichkeiten sind täglich im Mittelpunkt der Medien. Die Presse berichtet über die Prominenten, ob diese das wollen oder nicht. Aber auch Promis müssen sich nicht alles von den Medien gefallen lassen.

Sie stehen im öffentlichen Leben und brauchen Hilfe zum Schutz ihrer Persönlichkeitsrechte?

Wir helfen Ihnen gerne bei der Beantwortung der Frage, ob Sie eine bestimmte Berichterstattung oder eine Bildveröffentlichung über Sie hinnehmen müssen, oder ob dagegen mit presserechtlichen Rechtsbehelfen vorgegangen werden kann.

Die Beantwortung dieser Frage hängt davon ab, ob ein berechtigtes Informationsinteresse der Allgemeinheit an der Berichterstattung vorliegt oder ob Ihr Persönlichkeitsrecht als Prominenter überwiegt. Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten und muss im Einzelfall unter die Lupe genommen werden.

Es gibt Indizien, die für eine unzulässige Berichterstattung sprechen.

Die Berichterstattung verletzt ein berechtigtes Interesse des Abgebildeten

Die Berichterstattung kann unzulässig sein, wenn über Dinge berichtet wird, die nur den Prominenten etwas angehen.

Dies ist bspw. der Fall, wenn die Intimsphäre betroffen ist. Das ist bei ungenehmigten Intimbildern und Nacktfotos der Fall oder wenn es um Wortberichterstattungen über die Themenbereiche über die Sexualität, Krankheit und den Tod geht. Dagegen sind Bilder, die bei öffentlichen Anlässen, beispielsweise auf Empfängen oder öffentlichen Partys entstanden sind, dem Bereich der Öffentlichkeitssphäre zuzuordnen und in der Regel zulässig. Der schwierigste und zugleich häufigste Bereich sind Berichterstattungen aus dem Bereich der Privatsphäre. Diesem Bereich sind Bilder zuzuordnen, in denen Prominente in ihrem Privatleben, beispielsweise in ihrem Urlaub oder bei einem privaten Essengehen in einem Restaurant, fotografiert werden.

Die Privatsphäre schützt inhaltlich Angelegenheiten und Themen, die typischerweise als privat eingestuft werden. Räumlich ist vom Schutz der Privatsphäre nicht nur der häusliche Bereich in den eigenen vier Wänden geschützt.

Ausschlaggebend ist, ob der Einzelne sich in einer Situation befindet, in der er begründetermaßen und für Dritte erkennbar davon ausgehen darf, nicht beobachtet zu werden.

Wenn Sie also in einem Restaurant in einem abgeschiedenen Bereich sitzen, können Sie gegen heimliche Fotoaufnahmen vorgehen.

Entscheidend für die Zulässigkeit von Berichterstattungen ist stets, ob über ein „zeitgeschichtliches Ereignis“ berichtet wird, an dem die Öffentlichkeit ein schützenswertes Interesse hat und ob dieses Interesse im Rahmen einer Abwägung mit dem Persönlichkeitsrecht des Betroffenen schutzwürdiger ist.

Doch was ist ein zeitgeschichtliches Ereignis? Nach der Rechtsprechung des BGH sind nicht nur Vorgänge von historisch-politischer Bedeutung umfasst. Es erfasst ganz allgemein das Zeitgeschehen, also alle Fragen von allgemeinem gesellschaftlichem Interesse (Urt. v. 06.03.2007, Az. VI ZR 51/06), die einen Beitrag zu einer Diskussion in einer demokratischen Gesellschaft leisten. Auch die Unterhaltungs- und Boulevardpresse kann grundsätzlich einen solchen Beitrag leisten.

Nicht zulässig sind Berichterstattungen, die lediglich der Befriedigung der reinen Neugier dienen.

Wenn Sie eine so genannte „absolute Person der Zeitgeschichte“ sind, also bereits durch ihre Person das öffentliche Interesse auf sich ziehen, und nicht erst im Zusammenhang mit einem konkreten Geschehen in der Öffentlichkeit präsent werden (so genannte „relative Person der Zeitgeschichte“), kann leichter ein solches gesellschaftliches Informationsinteresse und damit ein zeitgeschichtliches Ereignis bejaht werden, weil Prominente eine Vorbild- und Leitfunktion aufweisen.

Es muss aber stets eine Diskussion in der Sache stattfinden. Bilder dürfen daher nie zusammenhanglos veröffentlicht werden.

Wenn sie selbst durch ihr eigenes mediales Vorverhalten die Öffentlichkeit zur Imagepflege gesucht haben, müssen Sie mehr hinnehmen. Seien Sie daher von Beginn Ihrer Karriere an vorsichtig mit dem, was sie gegenüber der Öffentlichkeit freiwillig über sich preisgeben.

Andauernde und unerträgliche Dauerbelastung und Verfolgung sind unzulässig.

Bilder, die durch ständiges Nachstellen, durch Überrumpelung oder heimliche Aufnahmen entstanden sind, können allein durch die Art der Aufnahme unzulässig in ihre Privatsphäre eingreifen.

Berichterstattungen über minderjährige Kinder sind in der Regel unzulässig.

Kinder sind besonders in ihrer Entwicklung zu schützen, so dass in diesem Bereich besonders strenge Grenzen für die Zulässigkeit von Berichterstattungen bestehen.

Auch die Berichterstattung über Begleiter und Partner prominenter Personen unterliegen dem Schutz der Privatsphäre.

Allein die Tatsache, dass jemand eine neue Beziehung hat, kann trotz hohen Bekanntheitsgrades der prominenten Person noch kein zeitgeschichtliches Ereignis begründen, wenn erkennbar eine rein private Situation vorliegt. Dieses urteilte der BGH in einer Entscheidung über Herbert Grönemeyer, vgl. BGH GRUR 2007,899.

Etwas anderes gilt dann, wenn sich der Betroffenen ausdrücklich oder konkludent damit einverstanden erklärt hat, dass bestimmte als privat geltende Angelegenheiten öffentlich gemacht werden.

Machen Sie sich daher stets Gedanken darüber, wie weit Sie Ihre Person in der Öffentlichkeit vermarkten wollen.

Wir helfen Ihnen gerne dabei!

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Über Karsten Gulden

Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht